Die Klinik für Rhythmologie am St. Marien-Krankenhaus Siegen hat seit Jahresbeginn mehr als 200 Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern mittels Pulsed Field Ablation (PFA) behandelt. Das Verfahren zählt zu den aktuellen Weiterentwicklungen in der interventionellen Therapie von Herzrhythmusstörungen.
Zum 1. Januar 2026 hat PD Dr. med. Erol Saygili die Chefarztposition der Klinik für Rhythmologie übernommen und das Verfahren am Standort eingeführt. „Die bisherigen Ergebnisse zeigen ein günstiges Sicherheitsprofil. In keiner der durchgeführten Prozeduren traten schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte auf", so PD Dr. Saygili. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine schonendere Behandlungsoption."
Im Unterschied zu etablierten thermischen Verfahren, die mit Hitze oder Kälte arbeiten, nutzt die Pulsed Field Ablation gezielte elektrische Impulse zur Behandlung des erkrankten Herzgewebes. Umliegende Strukturen werden dabei weitgehend geschont. Am St. Marien-Krankenhaus kommt ein System des Medizintechnikunternehmens Boston Scientific zum Einsatz, das international bereits in einer vergleichsweise hohen Zahl von Eingriffen verwendet wurde und für das entsprechend umfangreiche Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.
Ergänzend wurde die aktuelle Gerätegeneration in das 3D-Navigationssystem „Opal" integriert. Dies ermöglicht eine präzisere Darstellung der Herzanatomie während des Eingriffs und eine individuelle Anpassung der Therapie.
Darüber hinaus hat das St. Marien-Krankenhaus die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um diese Eingriffe ambulant anzubieten. Durch angepasste Abläufe, Infrastruktur und Nachsorgekonzepte können geeignete Patientinnen und Patienten noch am Tag des Eingriffs entlassen werden.
„Durch die Verbindung von Expertise, moderner Technik und etablierten Behandlungspfaden können wir eine Versorgung anbieten, wie sie sonst vor allem an spezialisierten Zentren zu finden ist – und das direkt in der Region", erklärt PD Dr. Saygili.

