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29.05.2026

Ein Jahr Krankenhausplanung NRW

Neues und Wegweisendes aus dem St. Marien-Krankenhaus

Siegen, den 29. Mai 2026 (MGS) Ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen zieht das St. Marien-Krankenhaus Siegen eine positive Zwischenbilanz. Die zum 1. April 2025 in Kraft getretene Reform hatte die Häuser im Land vor echte Veränderungen gestellt: mehr Spezialisierung, eine stärkere Ausrichtung an Qualität und eine engere Zusammenarbeit über Standortgrenzen hinweg. Am Siegener Krankenhaus zeigt sich nach zwölf Monaten, dass diese Vorgaben nicht nur umgesetzt, sondern aktiv für die Weiterentwicklung der Patientenversorgung genutzt wurden.

Statt die strengeren Rahmenbedingungen als Belastung zu begreifen, hat das Haus sie als Auftrag verstanden, das eigene Profil zu schärfen. Vier Beispiele aus der täglichen Versorgung machen das greifbar – von der Rhythmologie über die Strahlentherapie und die Onkologie bis hin zur standortübergreifenden Zusammenarbeit der GFO-Häuser in Siegen und Olpe.

Pulsed Field Ablation

In der Behandlung von Herzrhythmusstörungen kommt mit der Pulsed Field Ablation ein modernes Verfahren zum Einsatz, das Vorhofflimmern besonders gewebeschonend behandelt. Anders als die bisherigen Methoden, die mit Hitze oder Kälte arbeiten, nutzt es kurze elektrische Impulse und schont dabei umliegende Strukturen wie die Speiseröhre. In der Strahlentherapie ermöglicht moderne Bestrahlungstechnik eine präzisere und zugleich schonendere Behandlung von Tumoren, weil sich die Strahlendosis millimetergenau auf den Tumor konzentrieren und an tagesaktuelle Veränderungen anpassen lässt.

Präzisionsmedizin

Im DKG-zertifizierten Onkologischen Zentrum Südwestfalen wird die Krebsbehandlung zunehmend individuell auf die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten zugeschnitten. Mehrere Fachdisziplinen stimmen ihre Therapiekonzepte eng aufeinander ab, sodass eine leitliniengerechte Versorgung aus einer Hand entsteht. Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft bestätigt dabei nach festen Qualitätskriterien, dass Diagnostik, Behandlung und Nachsorge fachübergreifend auf hohem Niveau ineinandergreifen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Präzisionsonkologie. Während sich die Krebstherapie früher vor allem am Entstehungsort und am Gewebetyp eines Tumors orientierte, rücken heute dessen molekulare Eigenschaften in den Mittelpunkt. Mit modernen Analyseverfahren lässt sich das Erbgut eines Tumors detailliert untersuchen und nach charakteristischen Veränderungen durchsuchen. Lässt sich eine solche Veränderung gezielt mit einem passenden Wirkstoff angreifen, kann die Behandlung genau darauf abgestimmt werden – mit der Aussicht auf eine wirksamere Therapie bei oft geringeren Nebenwirkungen als bei einer klassischen Chemotherapie.

Die Befunde werden in einem interdisziplinären Tumorboard besprochen, in dem Fachärztinnen und Fachärzte verschiedener Disziplinen gemeinsam die für den jeweiligen Menschen erfolgversprechendste Therapie festlegen. So verbindet das Zentrum modernste Diagnostik mit gebündelter Expertise und macht hochkomplexe, personalisierte Krebsmedizin wohnortnah in der Region Südwestfalen verfügbar.

Verbund

Wie weit die Logik der Reform trägt, zeigt die Zusammenarbeit der GFO-Standorte in Siegen und Olpe. Weil die neue Krankenhausplanung Leistungen gezielt zuweist, halten die beiden Häuser nicht länger jedes Angebot doppelt vor, sondern ergänzen sich: Patientinnen und Patienten, die eine geriatrische oder gefäßchirurgische Behandlung benötigen, werden am Standort Olpe versorgt, der diese Leistungsgruppen abdeckt. Umgekehrt übernimmt das St. Marien-Krankenhaus Siegen die orthopädische sowie die hämatologisch-onkologische Versorgung für beide Einzugsgebiete. So bleibt das gesamte Spektrum wohnortnah erreichbar – jede Disziplin aber an dem Standort gebündelt, der dafür die nötige Spezialisierung und Erfahrung vorhält.

„Die Aufgabenteilung mit Olpe ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Reform für die Menschen in der Region funktioniert“, ordnet das Haus die Kooperation ein. Statt Doppelstrukturen entstehe so eine abgestimmte Versorgung, die Qualität und Erreichbarkeit zusammenbringt.

„Spezialisierung und Qualität sind keine abstrakten Schlagworte, sondern an unseren Strukturen konkret ablesbar“, betont Hans-Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer der Marien Gesellschaft Siegen. Gerade weil die Anforderungen an die Krankenhäuser stiegen, sei die konsequente Profilbildung der richtige Weg, um die Versorgung der Menschen in der Region langfristig auf hohem Niveau zu sichern.

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