Lange galt Schonung als das Gebot der Stunde: Wer eine Krebsdiagnose erhält, solle sich schonen, ausruhen, Kräfte sparen. Dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. Heute weiß die Medizin: Bewegung ist kein Luxus für Krebspatientinnen und -patienten – sie ist ein wirksames Therapeutikum. Gezielter Sport kann Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung lindern, die Lebensqualität verbessern und sogar den Behandlungserfolg positiv beeinflussen.
Das St. Marien-Krankenhaus Siegen greift dieses bedeutende Thema im Rahmen seiner Abendvisiten auf. Am Montag, den 2. November 2026, sind Interessierte und Betroffene ab 17.00 Uhr in den Hörsaal des Krankenhauses eingeladen (5. OG, Kampenstraße 51, 57072 Siegen).
Zwei Referentinnen und Referenten beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Dr. med. Badrig Melekian, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie am St. Marien-Krankenhaus Siegen, gibt einen medizinischen Einblick in die Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und Krebserkrankung. Er erklärt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse heute vorliegen, bei welchen Tumorerkrankungen Sport besonders empfohlen wird und wie Bewegung sinnvoll in ein Behandlungskonzept integriert werden kann.
Lea von Spangenberg, Sporttherapeutin bei Marien Aktiv, zeigt auf, wie ein solches Konzept in der Praxis aussieht: Welche Trainingsformen eignen sich für Betroffene in unterschiedlichen Behandlungsphasen? Wie findet man den richtigen Einstieg – und wie bleibt man dauerhaft dabei? Sie gibt praktische Einblicke in die sporttherapeutische Begleitung von Krebspatientinnen und -patienten und macht deutlich, dass Aktivität auch dann möglich ist, wenn die Kräfte begrenzt sind.
Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und das direkte Gespräch mit den Referierenden zu suchen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

