{"id":618,"date":"2025-12-26T19:37:00","date_gmt":"2025-12-26T18:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.marienkrankenhaus.com\/blogs\/prostata\/?p=618"},"modified":"2026-02-26T20:51:32","modified_gmt":"2026-02-26T19:51:32","slug":"basiswissen-uber-prostatakrebs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marien-kliniken.de\/blogs\/prostata\/basiswissen-uber-prostatakrebs\/","title":{"rendered":"Basiswissen \u00fcber Prostatakrebs"},"content":{"rendered":"<h2 align=\"center\"><\/h2>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>1. Die Prostata &#8211; Eine anatomische Einordnung<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Prostata, auch Vorsteherdr\u00fcse (weil sie vor der Blase steht) genannt, ist bei jungen M\u00e4nnern etwa kastanien- bzw. walnussgro\u00df. Sie liegt im Becken unterhalb der Harnblase und umschlie\u00dft den obersten Teil der Harnr\u00f6hre, die den Urin von der Blase durch die Prostata und den Penis bis zur Eichel leitet. Ihre R\u00fcckwand grenzt an den Mastdarm. Dort ist sie auch tastbar. Die Dr\u00fcse produziert ein milchiges Sekret, das beim Samenerguss abgegeben wird, sich mit den Samenzellen vermischt und f\u00fcr ihre Ern\u00e4hrung und Fortbewegung sorgt. Bei einem jungen Mann wiegt die Prostata etwa 20 Gramm. Oft vergr\u00f6\u00dfert sie sich allerdings im Alter und kann ein Gewicht von bis zu 100 Gramm erreichen. Weil sie dann auf die Harnr\u00f6hre dr\u00fcckt, kann sie dadurch nat\u00fcrlich auch <\/span><span style=\"color: #000000;\">Beschwerden beim Wasserlassen verursachen.<\/span><\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>2. Die h\u00e4ufigste Krebserkrankung des Mannes<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Mit etwa 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das <\/strong><strong> Prostatakarzinom (PCa) d<\/strong><strong>erzeit die h\u00e4ufigste Krebserkrankung des Mannes bei uns in Deutschland. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ungef\u00e4hr 69 Jahren. Der Krankheitsverlauf wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Hierzu z\u00e4hlen besonders die Eigenschaften des Tumors, der Zeitpunkt der Diagnose und das Alter des Mannes. Obwohl dieser Krebs die zweith\u00e4ufigste krebsbedingte Todesursache beim Mann ist<\/strong><strong>, nutzen nur rund 25 Prozent die von den Krankenkassen finanzierte Prostatakrebsfr\u00fcherkennung. Leider gehen viele M\u00e4nner erst dann zum Arzt, wenn sie ernsthafte Beschwerden haben. Vorsorge ist aber sehr wichtig, denn wenn der Prostatakrebs im Fr\u00fchstadium entdeckt wird, ist er in der Regel sehr gut behandelbar (siehe Artikel &#8222;Vorsorge&#8220; auf unserer Internetseite).<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>3. Gut- oder b\u00f6sartig? <\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Erkrankungen der Prostata k\u00f6nnen gut- oder b\u00f6sartig sein. Bei M\u00e4nnern, die \u00e4lter als 50 Jahre sind, stellt die gutartige Vergr\u00f6\u00dferung der Prostata die h\u00e4ufigste urologische Erkrankung dar. Mediziner nennen das benigne Prostatahyperplasie (BPH) oder benignes Prostatasyndrom (BPS). Weisen die Zellen einer vergr\u00f6\u00dferten Prostata b\u00f6sartige (maligne) Merkmale auf, so spricht man von einem Prostatakarzinom (Prostatakrebs). Bei unter 40-J\u00e4hrigen kommt Prostatakrebs sehr selten vor, allerdings haben ca. 80% der 80j\u00e4hrigen M\u00e4nner ein Prostatakarzinom, welches oft latent (nicht aktiv) ist, das sie sozusagen mit ins Grab nehmen. Viele \u00e4ltere M\u00e4nner sterben also nicht durch den Tumor, sondern mit dem Tumor.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Normalerweise sind die M\u00e4nner, bei denen ein Prostatakarzinom auftritt, zwischen 65 und 70 Jahre alt. Da dieser M\u00e4nnerkrebs in der Regel langsam w\u00e4chst, beeintr\u00e4chtigt der Tumor die Lebensqualit\u00e4t vieler Patienten bis zu ihrem Lebensende oft nicht wesentlich. Die Diagnose \u201eProstatakrebs\u201c bedeutet also kein Todesurteil, besonders dann, wenn der Tumor fr\u00fchzeitig erkannt wird.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>4. Die gutartige Vergr\u00f6\u00dferung der Prostata:<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Die benigne Prostatahyperplasie (BPH)<\/span> <\/span><\/b><\/h2>\n<h3><\/h3>\n<h3><strong>Alle Zellen des K\u00f6rpers unterliegen einer regelm\u00e4\u00dfigen Erneuerung. Wenn die Zellen entweder ihre maximale Lebenspanne erreicht haben oder in irgendeiner Form besch\u00e4digt sind, werden sie vom K\u00f6rper abgebaut. Neu gebildete, \u201ejunge\u201c Zellen nehmen dann ihren Platz ein. Bei der benignen Prostatahyperplasie kommt es zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Neubildung von Prostatazellen. Als Folge vergr\u00f6\u00dfert sich die Prostata und engt dadurch die Harnr\u00f6hre ein. Das ist bei fast der H\u00e4lfte aller M\u00e4nner \u00fcber 50 Jahre der Fall. Ursache daf\u00fcr ist die altersbedingte Ver\u00e4nderung des m\u00e4nnlichen Hormonhaushaltes. Anzeichen f\u00fcr eine solche Prostatavergr\u00f6\u00dferung k\u00f6nnen sein: verz\u00f6gertes Einsetzen des Wasserlassens, abgeschw\u00e4chter (oder d\u00fcnner) Harnstrahl, verl\u00e4ngerte Dauer des Wasserlassens, Restharngef\u00fchl, pl\u00f6tzlicher oder vermehrter Harndrang, h\u00e4ufiges Wasserlassen kleiner Mengen (auch nachts), Schmerzen beim Wasserlassen sowie Harnverhalt und Blut im Harn. &#8211; Hinweis: Obwohl die gutartige Prostatavergr\u00f6\u00dferung keine Krebserkrankung ist, sollte sie vom Arzt kontrolliert und \u00fcberwacht werden. Es ist n\u00e4mlich bekannt, dass auch aus diesen zun\u00e4chst gutartigen Zellver\u00e4nderungen Prostatakrebs entstehen kann.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>5. Unkontrolliertes Wachstum b\u00f6sartiger Zellen nennt man \u201eKrebs\u201c<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Als Prostatakrebs bezeichnet man das unkontrollierte Wachstum von Zellen der Prostatadr\u00fcse, die bei der histologischen Untersuchung durch einen Pathologen als b\u00f6sartig (maligne) eingestuft werden. Da ein Prostatakrebs oft eher langsam w\u00e4chst, bereitet er im Anfangsstadium, d.h. solange er noch klein und auf die Dr\u00fcse selbst begrenzt ist, nur selten Beschwerden.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>6. Nicht alle Prostatakarzinome wachsen langsam<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Einige Prostatakarzinome wachsen aus Gr\u00fcnden, die man heute noch nicht genau versteht, schnell (\u201eRaubtierkrebs\u201c). Meist wird das Tumorwachstum f\u00fcr den Betroffenen erst erkennbar, wenn das Prostatakarzinom so gro\u00df ist, dass es Druck auf die Harnr\u00f6hre aus\u00fcbt und beispielsweise zu Blasenentleerungsst\u00f6rungen f\u00fchrt. Wenn der Tumor schon \u00fcber die Prostata hinausgewachsen ist, spricht der Arzt von einem fortgeschrittenen Tumor.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>7. Prostatakarzinome k\u00f6nnen Metastasen verursachen<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Wenn der b\u00f6sartige Tumor (Karzinom) in der Prostata noch in einem fr\u00fchen Stadium entdeckt wird und erfolgreich behandelt werden kann, sind die Heilungschancen in der Regel sehr gut. Weil M\u00e4nner die Krankheitszeichen aber leider oft erst bemerken, wenn die Krebserkrankung bereits weiter fortgeschritten ist, sollte unbedingt ab dem 45. Lebensjahr die kostenlose Fr\u00fcherkennung beim Arzt in Anspruch genommen werden. Wenn n\u00e4mlich der Tumor\u00a0 erst (zu) sp\u00e4t entdeckt wird oder wenn die Erkrankung trotz Therapie nicht gestoppt werden kann, breitet sich der Krebs oft weiter aus, d.h. er bildet<\/strong><strong> in anderen Geweben Tochtergeschw\u00fclste (Metastasen)<\/strong><strong>. Diese entstehen dadurch, dass sich Zellen vom Tumor in der Prostata abl\u00f6sen und \u00fcber das Lymphsystem oder den Blutkreislauf in andere Bereiche des K\u00f6rpers gelangen. Betroffen sind hiervon vor allem die Lymphknoten, die\u00a0 Knochen der Rippen, der Lendenwirbels\u00e4ule und des Beckens wie auch die Lunge und die Leber.\u00a0 Durch eine solche Metastasenbildung verschlechtert sich nat\u00fcrlich auch die Prognose (\u00e4rztliche Beurteilung des Verlaufes einer Krankheit) des Patienten. Ziel der Behandlung von Prostatakrebs-Metastasen ist es, das Fortschreiten der Erkrankung m\u00f6glichst lange aufzuhalten und die Lebensqualit\u00e4t des Patienten so gut es geht zu erhalten. Die Lebenserwartung nach dem ersten Auftreten von Metastasen ist individuell sehr unterschiedlich und nat\u00fcrlich abh\u00e4ngig von der Auspr\u00e4gung der Metastasierung, dem Stadium der Erkrankung sowie dem Ansprechen auf die Behandlung. Neue Behandlungsmethoden und Medikamente sind aber auch in diesem Punkt sehr hoffnungsvoll.\u00a0<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>8. Ursachen und Risikofaktoren <\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Wohl jeder Mann, bei dem ein Prostatakarzinom diagnostiziert wurde, macht sich \u00fcber die Ursachen seiner Erkrankung Gedanken. <\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Krebsregister und Studien nennen als Hauptrisikofaktor des Prostatakarzinoms das Alter des Mannes (&gt; 65 Jahre). Auch ist die Wahrscheinlichkeit, ein Prostatakarzinom zu entwickeln, h\u00f6her, wenn diese Erkrankung bereits bei genetisch verwandten Familienmitgliedern aufgetreten ist. Wie Untersuchungen belegen, haben M\u00e4nner, deren Br\u00fcder und\/oder V\u00e4ter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind oder waren, ein deutlich h\u00f6heres Risiko, im Laufe des Lebens ein Prostatakarzinom zu entwickeln.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Derzeit werden weitere potentielle Risikofaktoren diskutiert und intensiv beforscht, wie beispielsweise Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, Lebensstil, entz\u00fcndliche Erkrankungen der Prostata, Alkohol- und Tabakkonsum sowie \u00dcbergewicht. Auch ein potentieller Zusammenhang zwischen dem Prostatakarzinom und Erkrankungen wie Diabetes mellitus, sexuell \u00fcbertragbaren Erkrankungen und dem benignen Prostatasyndrom (BPS) ist Gegenstand aktueller Forschungen. Obwohl es bisher keine eindeutigen Belege gibt, dass diese Faktoren f\u00fcr die Entstehung dieses M\u00e4nnerkrebses verantwortlich sind, geht man dennoch allgemein davon aus, dass M\u00e4nner, die sehr viel Fleisch oder tierisches Eiwei\u00df und Fett zu sich nehmen, ein deutlich h\u00f6heres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. Auch sollten Zucker, ges\u00e4ttigte Fette und Alkohol nur mit Vorsicht genossen werden, weil sie besonders energiereiche Nahrungsmittel sind, die wenige Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe haben. Zus\u00e4tzlich sollte man sich immer viel bewegen, wenn man etwas f\u00fcr seine Gesundheit tun m\u00f6chte.<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>9. Prostatakarzinome haben oft erst sp\u00e4t Symptome<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Im Fr\u00fchstadium der Erkrankung gibt es kaum Anzeichen oder Beschwerden. Daher wird diese Krankheit in dieser Phase meist nur zuf\u00e4llig im Rahmen einer Fr\u00fcherkennungsuntersuchung entdeckt.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>T\u00fcckisch ist auch, dass die ersten Warnsignale bei gut- und b\u00f6sartigen Prostataver\u00e4nderungen oft gleich sind (siehe hier auch Kategorie <em>&#8222;Vorsorge&#8220;<\/em>). Wenn solche Symptome allerdings im Zusammenhang mit Prostatakrebs auftreten, hat die Krankheit oft schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Je fr\u00fcher der Tumor erkannt wird, desto gr\u00f6\u00dfer sind auch seine Heilungschancen. Sp\u00e4testens ab dem 45. Lebensjahr sollte man deshalb zur Vorsorgeuntersuchung gehen.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br class=\"clear\" \/>10. Wie erkennt man ein Prostatakarzinom? <\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>Ein Prostatakarzinom ist ohne zielgerichtete Untersuchungen nicht diagnostizierbar. F\u00fcr Fr\u00fcherkennung und Diagnose gibt es einige grundlegende Untersuchungen: <\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Beim Abtasten der Geschlechtsorgane und der Lymphknoten in der Leiste und bei der Tastuntersuchung der Prostata vom Enddarm aus (digital-rektale Untersuchung) sucht der Arzt nach Auff\u00e4lligkeiten bzw. Verh\u00e4rtungen. Auch der PSA-Blutwert ist ein wichtiger Faktor bei der Fr\u00fcherkennung, bei der Abkl\u00e4rung einer Verdachtsdiagnose und bei der Beurteilung des Verlaufs der Behandlung eines Prostatakrebses (siehe Artikel &#8222;PSA-Bluttest&#8220;). Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen auch eine Ultraschalluntersuchung und andere bildgebende Verfahren wichtige Anhaltspunkte f\u00fcr ein vorliegendes Prostatakarzinom liefern. Die Skelettszintigraphie kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, Knochenmetastasen aufzusp\u00fcren. Eine m\u00f6gliche Zusatzuntersuchung ist die sogenannte Elastographie, bei der es darum geht, weiches von hartem (meist krebsartigen) Gewebe zu unterscheiden.\u00a0<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Letztlich gibt es aber nur eine einzige sichere Methode, den Prostatakrebs zweifelsfrei zu diagnostizieren, n\u00e4mlich die sogenannte \u201eBiopsie\u201c. Das vom Urologen aus der Prostata entnommene Gewebe wird von einem Pathologen untersucht, der dann die Diagnose stellt und durch die Ermittlung des <\/strong><strong>sogenannten \u201eGleason-Scores\u201c <\/strong><strong>auch Aussagen dar\u00fcber treffen kann, wie gro\u00df und b\u00f6sartig (aggressiv) der Krebs ist (\u201eHaustierkrebs\u201c oder \u201eRaubtierkrebs\u201c) und wie weit er bereits vorangeschritten ist. Au\u00dferdem gibt er Hinweise auf geeignete Behandlungsmethoden und dient auch als Orientierung f\u00fcr die individuelle Prognose des Patienten.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Bei der Stanzbiopsie ist es f\u00fcr den Urologen jedoch nicht immer einfach, die vom Krebs befallenen Stellen der Prostata auch zu finden, so dass falsche Negativ-Befunde nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen. Dann muss bei einem auff\u00e4lligen Tastbefund und erh\u00f6hten PSA-Blutwerten der Vorgang wiederholt werden. Ein neuartiges Kombinationsverfahren sorgt aber auch hier f\u00fcr mehr Sicherheit und eine h\u00f6here Trefferquote. Dabei wird zun\u00e4chst ein MRT der Prostata angefertigt und dann bei auff\u00e4lligem Befund ein zus\u00e4tzlicher Ultraschall. Diese beiden diagnostischen Verfahren werden anschlie\u00dfend kombiniert, um dann mit der<\/strong><strong> sogenannten &#8222;Fusionsbiopsie&#8220; die verd\u00e4chtigen Stellen genauer zu treffen <\/strong><strong>.<\/strong><\/h3>\n<h2><b><span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n11. Welche Behandlungsm\u00f6glichkeiten gibt es?<\/span><\/b><\/h2>\n<h3><strong>So individuell wie die Patienten sind, so individuell ist auch ihr Prostatakrebs und dementsprechend individuell ist auch die Behandlungsart. Auch beim Prostatakrebs werden also nicht alle Betroffenen nach ein und dem gleichen Schema behandelt.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Die Behandlung des Prostatakrebses basiert auf verschiedenen S\u00e4ulen: Die aktive \u00dcberwachung, die Operation, die Strahlentherapie und die Behandlung mit Medikamenten.\u00a0<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Der Arzt ber\u00fccksichtigt bei seiner Behandlung in der Regel folgende Kriterien: Die allgemeine Lebenserwartung des Patienten (z.B. Alter und Begleiterkrankungen), das Tumorstadium (Wie weit ist der Tumor fortschritten?), die Geschwindigkeit des Tumorwachstums (Wie aggressiv ist der Tumor?) und nat\u00fcrlich auch die Vorstellungen und W\u00fcnsche des Patienten.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Grunds\u00e4tzlich gibt es bei der Behandlung von Prostatakrebs zwei verschiedene Ans\u00e4tze, n\u00e4mlich die kurative und palliative Behandlung. Wenn der Tumor fr\u00fchzeitig erkannt wird, also noch keine Metastasen vorhanden sind, ist es immer das Ziel, die Krankheit zu heilen. In diesem Fall wird ein kurativer Ansatz gew\u00e4hlt. Wenn der Krebs jedoch erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und bereits Metastasen gebildet hat, ist die Behandlung palliativ. Dann ist es das Ziel, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen und die Lebensqualit\u00e4t des Betroffenen so lange wie m\u00f6glich auf einem guten Niveau zu halten. Auch wenn der\u00a0\u00a0<\/strong><strong>Prostatakrebs im<\/strong><strong> fortgeschrittenen Stadium nicht mehr heilbar ist, l\u00e4sst sich das Fortschreiten der Erkrankung bei vielen M\u00e4nnern lange bremsen, denn <\/strong><strong>heutzutage gi<\/strong><strong>bt es mehrere Therapieoptionen, die vielen Patienten noch Jahre mit guter Lebensqualit\u00e4t erm\u00f6glichen.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Da das Prostatakarzinom in der Regel langsam w\u00e4chst, kann es unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bei Niedrig-Risiko-Tumoren = \u201eHaustierkrebs\u201c) sinnvoll sein, mit der Therapie zun\u00e4chst abzuwarten. Dabei wird eine Behandlung unter der aktiven \u00dcberwachung und engmaschigen Kontrolle eines erfahrenen Arztes zun\u00e4chst aufgeschoben, um dem Patienten die Nebenwirkungen einer radikalen Therapie zu ersparen und das Wachstum des Krebses besser beurteilen zu k\u00f6nnen. Wenn dann festgestellt wird, dass die Erkrankung fortschreitet, wird sofort mit einer Therapie begonnen.\u00a0<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Je nach Tumorstadium und den o. a. Kriterien gibt es verschiedene weitere Standard-Behandlungsm\u00f6glichkeiten: die Operation, die Strahlenbehandlung, die Antihormontherapie (oder &#8222;<em>Hormonblockade&#8220;<\/em>; siehe hier auch Kategorie &#8222;<em>Hormon-Entzugs-Therapie<\/em>&#8222;) und die Chemotherapie. Au\u00dferdem gibt es noch weitere zielgerichtete neue Behandlungsm\u00f6glichkeiten, die man sinnvoller Weise mit dem Facharzt seines Vertrauens besprechen sollte, weil sie sich in ganz besonderer Weise nach der individuellen Situation des Patienten richten. Das gilt ganz besonders f\u00fcr Patienten, die sich in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium befinden. Je nach Situation kann (zur Knochenstabilisierung) auch eine erg\u00e4nzende Therapie mit Bisphosphonaten sinnvoll sein. <\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Die letzte Therapie-Entscheidung trifft grunds\u00e4tzlich immer der Patient. Dabei sollte er sich nat\u00fcrlich intensiv und objektiv beraten lassen. So ist es in dieser Situation besonders wichtig, dass man sich als Betroffener gleichwertig \u00fcber alle in Frage kommenden Therapiewege aufkl\u00e4ren l\u00e4sst. <\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Da es sich bei Krebs immer um eine schwerwiegende Erkrankung handelt, empfehlen wir grunds\u00e4tzlich, sich auch in einem zertifizierten Tumorzentrum vorzustellen, da dort jeder Fall von \u00c4rzten unterschiedlicher Fachrichtungen beurteilt und diskutiert wird. So erhalten die Patienten alle notwendigen Informationen \u00fcber die Vor- und Nachteile der in Betracht kommenden Therapien und auch einen deutlich begr\u00fcndeten Therapievorschlag der sogenannten &#8222;Tumorkonferenz&#8220;. <\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Im Zweifelsfalle sollte man auch daran denken, sich bei einem anderen Facharzt (Urologen, Onkologen, Radio-Onkologen) eine Zweitmeinung einzuholen. Sicherlich kann auch eine Selbsthilfegruppe hilfreich sein, da dort u.a. auch ein Erfahrungsaustausch mit M\u00e4nnern, die selbst von dieser Krankheit betroffen sind, stattfindet. Gerade die Erfahrungen, die andere M\u00e4nner mit ihrer Erkrankung gemacht haben, k\u00f6nnen bei der eigenen Entscheidungsbildung sehr helfen. Auch nach der eigenen Behandlung kann die Selbsthilfegruppe sehr sinnvoll sein, denn gerade dann merkt man dort, dass man mit seiner Erkrankung nicht allein ist, denn da &#8222;sitzen alle im gleichen Boot&#8220;.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>F\u00fcr alle Phasen des Prostatakarzinoms (Vorsorge, Fr\u00fcherkennung, Diagnostik, Behandlung, Reha und Nachsorge) gibt es die sogenannte S3-Leitlinie, welche als wichtiger und zentraler Leitfaden f\u00fcr die \u00c4rzte gilt und auf medizinisch-wissenschaftlicher Basis st\u00e4ndig weiterentwickelt wird.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Die Prostata &#8211; Eine anatomische Einordnung Die Prostata, auch Vorsteherdr\u00fcse (weil sie vor der Blase steht) genannt, ist bei jungen M\u00e4nnern etwa kastanien- bzw. walnussgro\u00df. 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